Ein Innentür-Komplettset klingt nach einer einfachen Bestellung: Türblatt, Zarge und Türgriff auswählen, Maße angeben und das vollständige Element einbauen. In der Praxis ist der Begriff „Komplettset“ jedoch nicht einheitlich. Bei einem Angebot gehört die Drückergarnitur dazu, beim nächsten fehlen Schloss, Befestigungsmaterial oder Montagezubehör.
Noch häufiger entstehen Fehler bei den Maßen. Die Größe des alten Türblatts ist nicht automatisch das benötigte Bestellmaß für eine neue Zarge. Auch Wandstärke, fertiger Fußboden, Putz, Fliesen und die gewünschte Öffnungsrichtung beeinflussen die Auswahl.
Kurz zusammengefasst: Vor der Bestellung müssen Lieferumfang, Maueröffnung, fertige Wandstärke, Bodenhöhe, DIN-Richtung und gewünschte Türfunktion getrennt geprüft werden. Eine gewöhnliche Zimmertür darf außerdem nicht mit einer Wohnungseingangstür oder einer geprüften Rauch-, Brand-, Schall- oder Einbruchschutztür gleichgesetzt werden.
Was gehört zu einem Innentür-Komplettset?
Der Begriff Komplettset garantiert keinen festen Lieferumfang
Ein typisches Innentüren-Set besteht aus einem Türblatt und einer passenden Zarge. Je nach Angebot können weitere Bestandteile enthalten sein. Die Produktbezeichnung allein reicht deshalb nicht aus.
| Bestandteil | Typische Funktion | Ist er immer im Komplettset enthalten? |
|---|---|---|
| Türblatt | Beweglicher Teil des Türelements | Ja, sofern tatsächlich ein vollständiges Türset angeboten wird |
| Zarge | Rahmt die Wandöffnung ein und nimmt Türblatt, Bänder sowie Schließblech auf | Bei einem Set „mit Zarge“ ja; sonst Produktbeschreibung prüfen |
| Türbänder | Verbinden Türblatt und Zarge | Häufig vorbereitet oder teilweise enthalten, aber Ausführung kontrollieren |
| Einsteckschloss | Ermöglicht das Schließen beziehungsweise Verriegeln der Tür | Oft im Türblatt eingebaut; Schlossart ausdrücklich prüfen |
| Drückergarnitur | Besteht aus Türgriffen und passenden Rosetten oder Schildern | Nicht bei jedem Komplettset enthalten |
| Schlüssel | Passend zu einem Buntbart- oder anderen Schloss | Von der gewählten Schlossart und dem Angebot abhängig |
| Zargendichtung | Dämpft das Schließen und schließt den Übergang zwischen Blatt und Zarge | Häufig Bestandteil der Zarge, aber Produktdaten kontrollieren |
| Montagematerial | Beispielsweise zugelassener Montageschaum, Leim, Schrauben oder Distanzmaterial | Meist nicht vollständig enthalten |
| Sockelleisten und Übergangsprofile | Schließen Boden und angrenzende Wandbereiche ab | Normalerweise nicht Bestandteil des Türsets |
| Montageleistung | Aufmaß, Einbau, Einstellung und möglicher Ausbau der alten Zarge | Nur bei ausdrücklich angebotenem Service enthalten |
Auch innerhalb eines Herstellers kann sich der Set-Inhalt je nach Händler und Produktserie unterscheiden. Ein Produktfoto, auf dem Türgriff und Zarge sichtbar sind, beweist nicht, dass beide mitgeliefert werden.
Vor der Bestellung sollte der Lieferumfang daher schriftlich beziehungsweise anhand der konkreten Positionsliste geprüft werden. Besonders wichtig sind Schlossart, Drückergarnitur, Bänder und die zur Wandstärke passende Zarge.
Türblatt, Zarge und Beschläge müssen zusammenpassen
Türblatt und Zarge können nicht beliebig miteinander kombiniert werden. Abmessungen, Falzausführung, Bandpositionen, Schlossposition und Anschlagrichtung müssen zueinander passen.
Gefälzte Türen besitzen eine abgestufte Kante, die beim Schließen in die Zarge greift. Stumpf einschlagende Türen schließen dagegen weitgehend bündig mit dem Rahmen ab. Für beide Konstruktionen werden passende Zargen und Beschläge benötigt.
Wer nur das Türblatt austauschen möchte, muss daher mehr als dessen Breite und Höhe vergleichen. Auch folgende Merkmale sind relevant:
- gefälzte oder stumpf einschlagende Ausführung,
- Anzahl und Position der Türbänder,
- Bandtyp und Bandaufnahme,
- Schloss- und Drückerhöhe,
- Falzmaße,
- DIN-Richtung,
- Türblattstärke,
- mögliche Kürzbarkeit laut Hersteller.
Bei älteren Zargen können Maße und Beschläge von heutigen Standards abweichen. Ein scheinbar passendes neues Türblatt lässt sich dann möglicherweise nicht ohne weitere Anpassungen einhängen.
Innentür und Zarge richtig ausmessen
Bei einer neuen Wandöffnung zählen die fertigen Baumaße
Für ein vollständiges Türelement werden bei einer neuen oder freigelegten Wandöffnung grundsätzlich drei Bereiche benötigt:
- Breite der Maueröffnung,
- Höhe der Maueröffnung,
- fertige Wandstärke.
Eine einzelne Messung genügt nicht. Wände und Öffnungen können schief, uneben oder unterschiedlich stark verputzt sein. Deshalb werden Breite, Höhe und Wandstärke an mehreren Punkten gemessen.
| Maß | So wird gemessen | Welcher Wert ist entscheidend? |
|---|---|---|
| Maueröffnungsbreite | Oben, in der Mitte und unten zwischen den fertigen seitlichen Flächen messen | Der kleinste gemessene Wert |
| Maueröffnungshöhe | Links, mittig und rechts ab Oberkante des fertigen Fußbodens messen | Der kleinste gemessene Wert |
| Wandstärke | An mehreren Punkten einschließlich Putz, Fliesen oder anderer fertiger Wandbeläge messen | Der größte gemessene Wert |
| Bodenaufbau | Geplante Höhe aus Estrich, Klebstoff, Unterlage und Bodenbelag berücksichtigen | Die spätere Oberkante des fertigen Fußbodens |
| Abweichungen der Öffnung | Mit Wasserwaage beziehungsweise geeignetem Messwerkzeug kontrollieren | Stärkste erkennbare Abweichung dokumentieren |
| Platz vor und hinter der Tür | Schwenkbereich einschließlich Möbeln, Schaltern und Sanitärobjekten prüfen | Vollständig benötigte Bewegungsfläche des Türblatts |
Die Höhe darf nicht vom Rohboden aus übernommen werden, wenn anschließend noch Estrich, Parkett, Laminat oder Fliesen eingebaut werden. Andernfalls kann das bestellte Türelement nach Fertigstellung des Bodens zu niedrig sein.
Bei der Wahl des Bodenaufbaus helfen die Unterschiede zwischen Landhausdiele, Schiffsboden, Parkett und Laminat. Die endgültige Aufbauhöhe muss jedoch aus den konkreten Produkt- und Verlegeangaben berechnet werden.
Die Zargentiefe richtet sich nach der fertigen Wand
Die Wandstärke umfasst nicht nur Mauerwerk oder Trockenbauprofile. Putz, Wandplatten, Fliesen und weitere dauerhaft verbleibende Schichten gehören zum fertigen Maß.
Besonders häufig entstehen Fehlbestellungen, wenn:
- nur die Rohbauzeichnung verwendet wird,
- Fliesen noch nicht angebracht sind,
- eine Wand auf beiden Seiten unterschiedlich aufgebaut ist,
- alter Putz teilweise entfernt oder erneuert wird,
- eine Trockenbauwand zusätzlich beplankt wird,
- die Wandstärke nur an einer Stelle gemessen wird.
Zargen werden gewöhnlich für bestimmte Wandstärken beziehungsweise Verstellbereiche angeboten. Diese Bereiche unterscheiden sich je nach Hersteller und Zargensystem. Ein ungefähr passender Wert darf daher nicht ohne Abgleich mit dem technischen Datenblatt ausgewählt werden.
Ist die Wand an einer Stelle dicker als der zulässige Verstellbereich, kann die Bekleidung dort nicht sauber anliegen. Ist die Zarge deutlich zu tief, können sichtbare Fugen oder ein unpassender Wandanschluss entstehen.
Beim Austausch einer alten Tür reicht das Türblattmaß nicht immer aus
Sollen Türblatt und Zarge vollständig ersetzt werden, kann die vorhandene Tür erste Orientierung bieten. Solange die alte Zarge eingebaut ist, bleibt die tatsächliche Maueröffnung jedoch teilweise verdeckt.
Zu dokumentieren sind:
- Breite und Höhe des alten Türblatts,
- vollständige Tiefe der bestehenden Zarge,
- Breite der sichtbaren Zargenbekleidungen,
- DIN-Richtung,
- Bodenabstand und vorhandene Schwelle,
- Abdeckung alter Tapeten- oder Putzkanten,
- mögliche Beschädigungen hinter der alten Zarge.
Werden gleichzeitig Boden, Wandbelag oder Raumaufteilung verändert, sollten nicht einfach die alten Maße übernommen werden. In diesem Fall ist das Aufmaß nach Abschluss der maßbestimmenden Arbeiten beziehungsweise durch den ausführenden Türenbetrieb sicherer.
DIN links oder DIN rechts richtig bestimmen
Die sichtbaren Türbänder geben die Richtung an
Die DIN-Richtung beschreibt, auf welcher Seite sich die Türbänder befinden. Betrachtet wird die geschlossene Tür von der Seite, zu der sich das Türblatt öffnet und auf der die Bänder sichtbar sind:
- DIN links: Die sichtbaren Türbänder befinden sich links.
- DIN rechts: Die sichtbaren Türbänder befinden sich rechts.
Eine Skizze ist bei mehreren Türen zuverlässiger als eine reine Liste. Darin sollten Raum, Blickrichtung, Bandseite und Schwenkbereich eingetragen werden.
| Prüffrage | Warum sie vor der Bestellung wichtig ist |
|---|---|
| Auf welcher Seite sind die Bänder sichtbar? | Sie bestimmt DIN links oder DIN rechts |
| In welchen Raum soll sich die Tür öffnen? | Davon hängen nutzbare Fläche und Bewegungswege ab |
| Liegt ein Lichtschalter hinter dem geöffneten Türblatt? | Der Schalter könnte nach dem Öffnen nicht mehr erreichbar sein |
| Stößt die Tür an einen Schrank oder Heizkörper? | Der vollständige Öffnungswinkel könnte blockiert werden |
| Kollidieren zwei benachbarte Türen? | Gleichzeitig geöffnete Türblätter können sich gegenseitig beschädigen |
| Ist der Durchgang mit Möbeln passierbar? | Die lichte Durchgangsbreite ist kleiner als die Maueröffnung |
| Entsteht ein ungünstiger Bereich an einer Treppe? | Türblatt und Laufweg dürfen sich nicht gefährlich überschneiden |
Türblattbreite und freie Durchgangsbreite sind nicht identisch
Die angegebene Breite eines Türblatts entspricht nicht automatisch der später frei nutzbaren Öffnung. Zarge, Falz, Beschläge und der Öffnungswinkel verringern den tatsächlichen Durchgang.
Das ist besonders wichtig, wenn:
- breite Möbel transportiert werden sollen,
- Kinderwagen oder Rollatoren durch die Öffnung passen müssen,
- ein barrierearmer Umbau geplant ist,
- der Durchgang Teil eines regelmäßig genutzten Hauptweges ist.
Bei konkreten Anforderungen an Barrierefreiheit oder Rettungswege sollten die erforderlichen lichten Maße fachlich geplant und nicht aus einer Produktüberschrift abgeleitet werden.
Oberfläche, Türblattkern und Einsatzbereich auswählen
CPL, Lack und Furnier unterscheiden
Die Oberfläche beeinflusst Optik, Reinigungsmöglichkeit und Widerstandsfähigkeit. Häufig angeboten werden lackierte Türen, CPL-beschichtete Oberflächen, Echtholzfurniere und Holzdekore.
| Oberfläche | Typische Eigenschaften | Worauf beim Vergleich zu achten ist |
|---|---|---|
| CPL | Robuste, pflegeleichte Laminatoberfläche mit verschiedenen Farben und Holzdekoren | Kantenqualität, Dekor, Glanzgrad und Ausführung der Zarge vergleichen |
| Lackierte Oberfläche | Gleichmäßiges Farb- und Oberflächenbild | Farbton, Lackaufbau und mögliche Unterschiede zu Wandfarbe oder Zarge prüfen |
| Echtholzfurnier | Dünne Oberfläche aus echtem Holz mit natürlicher Maserung | Furnierbild, Farbunterschiede, Oberflächenbehandlung und Pflege berücksichtigen |
| Holzdekor | Nachgebildete Holzoptik auf einer widerstandsfähigen Oberfläche | Wiederholungen im Dekor und Wirkung neben echtem Holzboden beurteilen |
| Glas beziehungsweise Lichtausschnitt | Bringt Licht in Flur oder Nebenraum | Glasart, Transparenz, Sicherheit, Gewicht und Privatsphäre prüfen |
Bei weißen Türen sollte die genaue Farbbezeichnung verglichen werden. RAL 9010, RAL 9016 und herstellerspezifische Weißtöne können nebeneinander sichtbar unterschiedlich wirken.
Holzdekor, Furnier und Boden müssen nicht exakt denselben Farbton besitzen. Ein erkennbarer Kontrast wirkt häufig harmonischer als zwei Oberflächen, die beinahe, aber nicht vollständig übereinstimmen. Der Ratgeber Möbel und Holzfarben zu Eichenparkett kombinieren zeigt passende Grundprinzipien.
Der Türblattkern beeinflusst Gewicht und Funktion
Unter der sichtbaren Oberfläche kann sich je nach Produkt eine leichte Wabeneinlage, eine Röhrenspanplatte, eine Vollspanplatte oder ein anderer konstruktiver Aufbau befinden.
Ein schwereres Türblatt ist nicht automatisch für jeden Raum besser. Für die Kaufentscheidung sind die dokumentierten Eigenschaften des vollständigen Türelements wichtiger als eine einzelne Materialbezeichnung.
Zu prüfen sind insbesondere:
- Türblattaufbau,
- Gewicht und passende Bandkonstruktion,
- mechanische Belastbarkeit,
- Schall- und Klimaverhalten, sofern relevant,
- zulässige Kürzung,
- Eignung für den vorgesehenen Raum,
- Prüf- und Emissionsnachweise.
Bei Holz und Holzwerkstoffen können nachvollziehbare Qualitäts- und Herkunftsnachweise zusätzliche Orientierung bieten. Weitere Auswahlkriterien enthält der Beitrag über nachhaltige Baustoffe und Materialnachweise.
Bad-, Keller- und Wohnungseingangstüren separat beurteilen
Eine gewöhnliche Wohnraumtür ist nicht automatisch für jede Feuchte- oder Temperaturbelastung geeignet. In einem normal genutzten Badezimmer kann eine reguläre Innentür ausreichen. Bei häufigem Spritzwasser, dauerhaft hoher Feuchtigkeit oder besonderen Reinigungsanforderungen muss jedoch geprüft werden, ob eine ausgewiesene Feucht- oder Nassraumtür erforderlich ist.
Auch zwischen beheizten und deutlich kühleren Bereichen können unterschiedliche Temperatur- und Feuchteverhältnisse entstehen. Dafür sind gegebenenfalls Türen mit einer geeigneten Klimastabilität nötig.
Wohnungseingangstür nicht als normale Zimmertür bestellen
Eine Wohnungseingangstür trennt die Wohnung häufig von einem gemeinschaftlichen Flur oder Treppenhaus. Dadurch können zusätzliche Anforderungen entstehen:
- Schallschutz,
- Klimastabilität bei unterschiedlichen Temperaturen,
- mechanische Belastbarkeit,
- Einbruchhemmung,
- gegebenenfalls Rauch- oder Brandschutz,
- geeignete Dichtung und Bodenausführung,
- abgestimmte Schlösser, Beschläge und Schließbleche.
Ein solches Element muss als funktionierende Gesamtkonstruktion ausgewählt werden. Ein widerstandsfähiges Schloss allein macht aus einer gewöhnlichen Zimmertür keine geprüfte einbruchhemmende Wohnungseingangstür.
Auch die Montage gehört zur geprüften beziehungsweise geplanten Konstruktion. Für Wohnungseingangs-, Brand-, Rauch- und andere Funktionstüren ist daher eine fachgerechte Beratung und Montage besonders wichtig.
Preise und Angebote für Tür-Komplettsets vergleichen
Ein niedriger Setpreis kann attraktiv sein. Aussagekräftig wird er jedoch erst, wenn alle benötigten Bestandteile und Arbeiten berücksichtigt werden.
Für einen fairen Vergleich sollten mindestens folgende Angaben gegenübergestellt werden:
| Vergleichspunkt | Diese Angaben sollten vorliegen |
|---|---|
| Türblatt | Abmessungen, Aufbau, Oberfläche, Kante, Falz und DIN-Richtung |
| Zarge | Ausführung, Wandstärkenbereich, Bekleidungsbreite, Oberfläche und Bandaufnahme |
| Schloss | Buntbart, Profilzylinder, WC-Ausführung oder andere vorgesehene Variante |
| Drückergarnitur | Enthalten oder separat, Material, Rosetten und Eignung für Schloss und Türstärke |
| Türbänder | Anzahl, Typ, Belastbarkeit und mitgelieferte beziehungsweise vorbereitete Bestandteile |
| Montagematerial | Enthaltene Schrauben, Leime, zugelassener Montageschaum und weiteres Zubehör |
| Lieferung | Versandkosten, Anlieferungsort, Verpackung und Kontrolle bei Übernahme |
| Aufmaß | Eigenmessung oder professionelles Aufmaß einschließlich Haftungsabgrenzung |
| Montage | Einbau, Einstellung, Abdichtung und abschließende Funktionsprüfung |
| Rückbau | Ausbau und Entsorgung von altem Türblatt und alter Zarge |
| Nebenarbeiten | Putz, Tapete, Farbe, Sockelleisten, Bodenübergänge und mögliche Türanpassungen |
| Produktnachweise | Technisches Datenblatt, Pflegehinweise, Montageanleitung und Funktionsnachweise |
Auf der live erreichbaren Belladoor-Marken- und Angebotsseite lässt sich erkennen, wie unterschiedlich Set-Beschreibungen und Produktausführungen ausfallen können. Maßgeblich für den Kauf bleibt immer die konkrete Produktdetailseite des jeweiligen Angebots.
Diese Nebenkosten werden häufig vergessen
- professionelles Aufmaß,
- Ausbau der alten Zarge,
- Entsorgung alter Bauteile,
- Ausbesserung von Putz und Tapete,
- Anpassung von Sockelleisten,
- Türdrücker und Profilzylinder,
- Montagematerial,
- Lieferung bis zum tatsächlichen Einbauort,
- Kürzen oder Anpassen einer dafür freigegebenen Tür,
- Nacharbeiten bei einer schiefen oder beschädigten Maueröffnung.
Bei maß- oder variantenabhängig konfigurierten Türen sollten vor der Bestellung außerdem Lieferzeit, Änderungsmöglichkeiten und Rückgabebedingungen geprüft werden. Eine falsch gewählte DIN-Richtung oder Zargentiefe lässt sich nach der Lieferung nicht immer wirtschaftlich korrigieren.
Checkliste vor der Bestellung
- Ist das Angebot tatsächlich ein Set aus Türblatt und Zarge?
- Ist eine Drückergarnitur enthalten?
- Welche Schlossart wird geliefert?
- Wurde die Maueröffnung an mehreren Stellen gemessen?
- Wurde die Höhe ab fertigem Fußboden bestimmt?
- Enthält die Wandstärke Putz, Fliesen und weitere Beläge?
- Liegt die gemessene Wandstärke innerhalb des Zargen-Verstellbereichs?
- Ist DIN links oder DIN rechts zweifelsfrei bestimmt?
- Kann die Tür vollständig öffnen, ohne Möbel oder Schalter zu blockieren?
- Passen Falz, Bänder und Schlossposition zusammen?
- Ist die Oberfläche für die tatsächliche Nutzung geeignet?
- Benötigt der Raum eine besondere Feuchte- oder Klimastabilität?
- Handelt es sich um eine gewöhnliche Zimmertür oder eine Funktionstür?
- Sind Lieferung, Montage und Rückbau im Preis enthalten?
- Stehen technische Daten und Montageanleitung vor dem Kauf zur Verfügung?
Ein Innentür-Komplettset kann die Auswahl erleichtern, weil Türblatt, Zarge und Beschläge bereits aufeinander abgestimmt angeboten werden. Es ersetzt jedoch kein korrektes Aufmaß. Die häufigsten Fehlkäufe entstehen nicht durch die Farbe der Tür, sondern durch eine unpassende Wandstärke, eine falsch bestimmte DIN-Richtung oder einen unvollständigen Lieferumfang.
Vor allem bei mehreren Türen lohnt sich eine nummerierte Raumliste mit Skizzen, Messwerten und Öffnungsrichtungen. So lässt sich jedes gelieferte Element bereits vor dem Einbau dem richtigen Raum zuordnen.
Häufige Fragen zu Innentür-Komplettsets
Was ist bei einem Innentür-Komplettset enthalten?
Meist gehören Türblatt und Zarge dazu. Drückergarnitur, Schloss, Bänder und Montagematerial können je nach Angebot enthalten oder separat zu bestellen sein. Der genaue Lieferumfang muss auf der konkreten Produktseite geprüft werden.
Wie wird eine Innentür mit Zarge ausgemessen?
Bei einer neuen Wandöffnung werden Breite, Höhe und fertige Wandstärke an mehreren Stellen gemessen. Für Breite und Höhe wird der kleinste Wert, für die Wandstärke der größte Wert dokumentiert. Die Höhe bezieht sich auf die Oberkante des fertigen Fußbodens.
Was bedeutet Wandstärke bei einer Türzarge?
Gemeint ist die vollständige Dicke der fertigen Wand einschließlich Putz, Fliesen oder anderer dauerhaft verbleibender Wandbeläge. Die Zarge muss einen passenden Verstellbereich für dieses Maß besitzen.
Was ist der Unterschied zwischen DIN links und DIN rechts?
Betrachtet wird die Tür von der Seite, zu der sie sich öffnet und auf der die Bänder sichtbar sind. Befinden sich die Bänder links, handelt es sich um DIN links. Sind sie rechts sichtbar, ist es DIN rechts.
Ist die Türblattbreite gleich der Maueröffnungsbreite?
Nein. Türblatt, Zarge und Maueröffnung besitzen unterschiedliche Maße. Das passende Türblatt wird anhand des vorgesehenen Systems und der gemessenen Wandöffnung ausgewählt.
Ist der Türgriff bei einem Komplettset immer enthalten?
Nein. Manche Sets enthalten Türblatt, Zarge und Drückergarnitur, andere nur Türblatt und Zarge. Auch ein auf dem Produktfoto abgebildeter Griff muss nicht automatisch zum Lieferumfang gehören.
Kann eine Innentür nachträglich gekürzt werden?
Das hängt vom konstruktiven Aufbau und von der Herstellerfreigabe ab. Manche Türen dürfen innerhalb eines festgelegten Bereichs gekürzt werden, andere nicht. Lichtausschnitte, Einlagen, Bänder und Funktionseigenschaften können die Möglichkeit zusätzlich einschränken.
Wann sollten Innentüren im Neubau ausgemessen werden?
Die maßbestimmenden Wand- und Bodenaufbauten müssen feststehen. Besonders Wandstärke und Höhe dürfen nicht allein aus dem Rohbauplan übernommen werden, wenn Putz, Fliesen oder Bodenbeläge noch hinzukommen.
Kann nur das alte Türblatt ersetzt werden?
Das ist möglich, wenn Maße, Falz, Bandpositionen, Schlossposition und Anschlagrichtung zur vorhandenen Zarge passen. Bei älteren Zargen sollte die Kompatibilität fachlich geprüft werden.
Braucht ein Badezimmer eine besondere Tür?
Bei normaler Wohnnutzung kann eine reguläre Innentür ausreichen. Bei häufigem Spritzwasser, langfristig hoher Feuchtigkeit oder besonderen Reinigungsbedingungen ist eine ausdrücklich geeignete Feucht- oder Nassraumtür zu prüfen.
Ist eine Wohnungseingangstür ein normales Innentür-Komplettset?
Nein. Eine Wohnungseingangstür kann besondere Anforderungen an Schallschutz, Klimastabilität, mechanische Belastbarkeit, Einbruchhemmung sowie gegebenenfalls Rauch- oder Brandschutz erfüllen müssen. Türblatt, Zarge, Schloss, Beschläge und Montage müssen als Gesamtsystem geplant werden.
Kann ein Innentür-Komplettset selbst eingebaut werden?
Bei einer gewöhnlichen Wohnraumtür kann das mit passendem Werkzeug, korrektem Aufmaß und genauer Beachtung der Montageanleitung möglich sein. Funktionstüren sowie Türen mit Anforderungen an Brand-, Rauch-, Schall- oder Einbruchschutz sollten fachgerecht eingebaut werden.
Quellen
- Mosel Türen: Maßaufnahme, Anschlagrichtung, Oberflächen und Türfunktionen
- PRÜM: Drehtüren, DIN-Richtung sowie gefälzte und stumpfe Ausführungen
- Gütegemeinschaft Innentüren: Nutzungsklassen und Einsatzempfehlungen
- Polizeiliche Kriminalprävention: Technische Sicherung von Türen und Empfehlung geprüfter RC2-Elemente